Nationalratswahlen

Der Zofinger Mitte-Stadtrat Robert Weishaupt sieht seine Aufgabe im Nationalratswahlkampf vor allem als Unterstützer – und vielleicht kann er sich eine gute Ausgangslage für die kommenden Wahlen verschaffen.

Für den Langsamverkehr und die Mobilität allgemein, aber auch für die Bildung, Ausbildung und die Schaffung von Ausbildungsplätzen – dafür würde sich Robert Weishaupt in Bern einsetzen, wenn er im Oktober in den Nationalrat gewählt wird. Nicht überraschend: Als Inhaber von Weishaupt Cycles hat er seit 23 Jahren beruflich bedingt mit dem Langsamverkehr zu tun. Und als Präsident des Berufsverbands 2rad-mittelland und Lehrmeister sind dem 51-Jährigen gute Ausbildungsplätze, die Arbeitsplatzsicherheit, aber auch Massnahmen gegen den Fachkräftemangel ein Anliegen. Fachkräftemangel sei in seiner Branche schon seit 25 Jahren ein Thema, sagt der Zofinger Mitte-Stadtrat. So schliessen in der Zweiradbranche im Aargau pro Jahr nur rund 17 Auszubildende ihre Lehre ab – im Vergleich zu 170 Elektrikern.

Er sagt gerne seine Meinung und folgt nicht stur einer Parteiparole
Seit er im Jahr 2006 für die Wahl in den Einwohnerrat angefragt worden ist, politisiert Robert Weishaupt für die Mitte. Er fühle sich wohl in dieser Partei, auch wenn es immer wieder heisse, zu ihm als Unternehmer würde die FDP doch viel besser passen. «Mir gefällt es, dass ich in der Mitte meine eigene Meinung vertreten kann und nicht einer Parteiparole folgen muss.»

Seit Weishaupt beim ersten Anlauf in den Einwohnerrat Zofingen gewählt worden ist, hat er eine Stufe der politischen Karriereleiter nach der anderen erklommen: Ab dem Jahr 2008 vertrat er die Mitte in der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK), ab 2014 bis zu seiner Wahl in den Stadtrat präsidierte er die FGPK. Seit 2021 ist Weishaupt Stadtrat und für Tiefbau, Werkhof, Entsorgung und Mobilität zuständig. Am 29. August wurde er als Grossrat vereidigt. Er rutschte für Hans-Ruedi Hottiger nach.

Anti-Burnout-Programm in den Bergen
Wenn die Arbeit im Fahrradgeschäft saisonbedingt weniger wird, ist Robert Weishaupt ab und zu als Skilehrer in Engelberg tätig. «Das ist mein Anti-Burnout-Programm», sagt er und schmunzelt. Er geniesse es, während seiner Zeit als Skilehrer mit Menschen unterwegs zu sein, die in den Ferien sind. «Die Leute sind ungebunden, glücklich – und das merkt man.» Ihn selber macht es glücklich, seine Leidenschaft, das Skifahren, weitergeben zu können. So hat er schon Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern unterrichtet: Deutschland, USA, Beneluxstaaten, Italien – aber auch Peru, Zypern oder Israel.

Gerne steht der Vater von zwei fast erwachsenen Söhnen auch in der Küche. Das Kochen nach Rezept sei allerdings nicht so sein Ding, gibt Weishaupt zu. Lieber experimentiert er – meist mit leckeren Ergebnissen. «Aber das gleiche nochmal kochen, das kann ich dann eben nicht.» Da seine Söhne, der eine hat soeben die Lehre im Werkhof Zofingen abgeschlossen, der andere ist in der Ausbildung als Baumaschinenmechaniker, immer selbstständiger werden, wird das gemütliche Zuhause in Zofingen immer mehr zur WG.

Seit 2008 wohnt die Familie in dem Chalet und hat das Haus aus den 60er-Jahren für ihre Zwecke renoviert und umgebaut. Eyecatcher vor dem Haus: ein Jugendherberge-Schild. «Als die Jugendherberge Zofingen geschlossen wurde, hat der Werkof das Schild abmontiert. Mein Sohn hat es dann nach Hause gebracht», erzählt Weishaupt. Seither steht es da und erinnert an ein kleines Stück Zofinger Geschichte.

Text: Zofinger Tagblatt 21.09.2023


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